Das Wichtigste in Kürze
- Die beste Steuersoftware führt Sie per Frage-Antwort durch die Erklärung und findet Sparmöglichkeiten, die viele bei ELSTER übersehen.
- Gute Programme kosten zwischen 15 und 45 € – bei einer durchschnittlichen Erstattung von rund 1.095 € rechnet sich das fast immer.
- Alle getesteten Lösungen übermitteln die Daten am Ende per ELSTER-Schnittstelle ans Finanzamt.
- ELSTER selbst ist kostenlos, aber ohne Steuertipps und formularbasiert – ideal nur für einfache Fälle.
Die beste Steuersoftware nimmt Ihnen die lästige Arbeit an der Steuererklärung ab und holt oft mehrere Hundert Euro mehr heraus als das Ausfüllen von Hand. Doch WISO, Taxfix und Smartsteuer unterscheiden sich deutlich in Preis, Bedienung und Zielgruppe. In diesem Test zeigen wir, welche Kriterien wirklich zählen, wie sich die bekanntesten Programme im direkten Vergleich schlagen und für wen sich welche Lösung lohnt – inklusive des kostenlosen ELSTER-Portals der Finanzverwaltung.
Beste Steuersoftware: Diese Auswahlkriterien sind entscheidend
Bevor Sie sich für ein Programm entscheiden, sollten Sie wissen, worin sich die Anbieter unterscheiden. Die beste Steuersoftware für Sie hängt stark von Ihrer Steuersituation und Ihren Vorkenntnissen ab.
- Preis: Zwischen kostenlos (ELSTER) und etwa 45 € pro Steuerjahr. Manche Apps rechnen erst am Ende ab, wenn Sie das Ergebnis sehen.
- Bedienung: Geführte Programme stellen einfache Fragen im Alltagsdeutsch. Formularbasierte Software bildet die amtlichen Formulare ab – schneller für Geübte, aber unübersichtlicher für Einsteiger.
- ELSTER-Übermittlung: Eine direkte elektronische Übermittlung ans Finanzamt spart den Papierweg. Alle guten Programme bieten das.
- Plattform: Desktop-Software (Windows/Mac), Web-Anwendung im Browser oder reine Smartphone-App – je nachdem, wie Sie arbeiten möchten.
- Belegabruf: Praktisch ist der automatische Abruf Ihrer beim Finanzamt gespeicherten Daten (vorausgefüllte Steuererklärung), der Tippfehler vermeidet.
- Steuertipps: Gute Software weist aktiv auf absetzbare Posten hin und maximiert so Ihre Erstattung.
Wie viel Sie voraussichtlich zurückbekommen, schätzen Sie vorab mit unserem Steuererstattungs-Rechner – so sehen Sie sofort, ob sich die Investition in eine Software lohnt.
Ein weiteres, oft übersehenes Kriterium ist der Datenschutz. Bei Web-Anwendungen und Apps liegen Ihre sensiblen Steuerdaten auf den Servern des Anbieters. Seriöse Programme verschlüsseln die Übertragung und speichern die Daten auf Servern in Deutschland oder der EU. Wer maximale Kontrolle möchte, greift zu einer Desktop-Software, bei der die Daten lokal auf dem eigenen Rechner bleiben. Achten Sie außerdem auf den Support: Bieten die Anbieter eine verständliche Hilfe, ein Steuerlexikon oder gar telefonische Unterstützung an? Gerade bei Rückfragen des Finanzamts ist das Gold wert.
Nicht zuletzt spielt die Aktualität eine Rolle. Steuerrecht ändert sich jedes Jahr – neue Pauschalen, angepasste Grenzwerte oder geänderte Formulare. Gute Software wird jährlich aktualisiert und bildet die geltenden Regeln des jeweiligen Steuerjahres korrekt ab. Kaufen Sie deshalb immer die Version für das passende Steuerjahr und verlassen Sie sich nicht auf eine veraltete Ausgabe aus dem Vorjahr.
WISO, Taxfix, Smartsteuer & ELSTER im Vergleich
Die vier bekanntesten Lösungen decken unterschiedliche Bedürfnisse ab. Diese Übersicht hilft Ihnen bei der Einordnung:
| Kriterium | WISO Steuer | Taxfix | Smartsteuer | ELSTER |
|---|---|---|---|---|
| Preis (ca.) | 30–36 € | 40 € | 35 € | Kostenlos |
| Bedienung | Geführt + Formular | Sehr einfach, App | Geführt, Web | Formularbasiert |
| Plattform | Desktop, Web, App | App, Web | Web | Web, Software |
| Belegabruf | Ja | Teilweise | Ja | Ja |
| Steuertipps | Sehr umfangreich | Solide | Gut | Keine |
| Ideal für | Anspruchsvolle Fälle | Einsteiger, Handy | Standardfälle | Erfahrene, Sparfüchse |
WISO Steuer gilt als Allrounder mit dem größten Funktionsumfang und vielen Steuertipps. Taxfix setzt auf maximale Einfachheit per App und eignet sich für unkomplizierte Fälle. Smartsteuer arbeitet komplett im Browser und führt zuverlässig durch Standardsituationen. ELSTER ist kostenlos, verzichtet aber auf Steuertipps und ist rein formularbasiert.
Die Preise sind dabei nur die halbe Wahrheit. Manche App-Anbieter arbeiten mit einem Prinzip, bei dem Sie die gesamte Erklärung kostenlos ausfüllen und erst beim Absenden bezahlen. Das hat den Vorteil, dass Sie vorab sehen, wie hoch Ihre Erstattung ausfällt – und erst dann entscheiden, ob sich die Gebühr lohnt. Desktop-Programme wie WISO verlangen den Kaufpreis dagegen im Voraus, erlauben dafür aber häufig die Bearbeitung mehrerer Steuererklärungen innerhalb einer Familie mit einer einzigen Lizenz. Für Paare oder Familien senkt das die Kosten pro Erklärung deutlich.
Auch bei der Zielgruppe lohnt ein zweiter Blick. Taxfix richtet sich bewusst an Menschen, die zum ersten Mal eine Steuererklärung machen und sich von Fachbegriffen abschrecken lassen. Die Fragen sind in einfacher Sprache formuliert und werden Schritt für Schritt erklärt. WISO und Smartsteuer sprechen eher Nutzer an, die etwas mehr Kontrolle und Detailtiefe wünschen, ohne sich durch das rein amtliche ELSTER kämpfen zu wollen.
So gehen Sie mit einer Steuersoftware vor
- Software auswählen: Entscheiden Sie anhand Ihrer Steuersituation und Vorkenntnisse (siehe Tabelle).
- Konto anlegen und Daten abrufen: Registrieren Sie sich und nutzen Sie – falls möglich – den Belegabruf für vorausgefüllte Daten.
- Fragen beantworten: Geben Sie Arbeitslohn, Werbungskosten, Versicherungen und weitere Posten ein. Die Software führt Sie Schritt für Schritt.
- Ergebnis prüfen: Sie sehen die voraussichtliche Erstattung in Echtzeit und können mit weiteren Angaben optimieren.
- Übermitteln: Senden Sie die Erklärung per ELSTER-Schnittstelle direkt ans Finanzamt und bewahren Sie Belege für Rückfragen auf.
Mehr Grundlagen und weitere Ratgeber rund um Abgaben finden Sie in unserer Kategorie Steuern.
Nehmen Sie sich für den ersten Durchgang etwas Zeit und legen Sie alle Unterlagen bereit: die Lohnsteuerbescheinigung Ihres Arbeitgebers, Bescheinigungen über Versicherungen, Spendenquittungen sowie Rechnungen von Handwerkern und haushaltsnahen Dienstleistungen. Je vollständiger Ihre Belege sind, desto mehr Sparpotenzial kann die Software ausschöpfen. Viele Programme bieten eine Checkliste, die Sie durch die benötigten Dokumente führt – nutzen Sie diese, um nichts zu vergessen.
Für wen sich welche Lösung eignet
- Angestellte mit einfacher Erklärung: Taxfix oder ELSTER genügen, wenn Sie nur Arbeitslohn und wenige Werbungskosten haben.
- Familien, Vermieter, Selbstständige: WISO Steuer bietet die nötige Tiefe für Anlagen wie V (Vermietung) oder EÜR (Selbstständigkeit).
- Smartphone-Nutzer: Taxfix ist ideal, wenn Sie die Erklärung bequem vom Handy erledigen möchten.
- Sparfüchse mit Erfahrung: Wer sich auskennt und keine Tipps braucht, fährt mit dem kostenlosen ELSTER am günstigsten.
- Wechsler: Wer jährlich viele Belege hat, profitiert von der Datenübernahme aus dem Vorjahr, die WISO und Smartsteuer bieten.
Praxisbeispiel: Wann sich die Software-Kosten lohnen
Julia Wagner (29, Angestellte mit Nebenjob) hat 2024 einen Arbeitsweg von 22 km, Homeoffice-Tage, Fortbildungskosten und Beiträge zur privaten Altersvorsorge. Bei ELSTER hätte sie einige Posten schlicht nicht gekannt. Eine geführte Steuersoftware wies sie aktiv darauf hin.
| Posten | Ohne Software (ELSTER) | Mit Steuersoftware |
|---|---|---|
| Pendlerpauschale | Berücksichtigt | Berücksichtigt |
| Homeoffice-Pauschale | Vergessen | Erkannt: +210 € |
| Fortbildungskosten | Vergessen | Erkannt: +180 € |
| Softwarekosten | 0 € | –35 € |
| Mehr-Erstattung | – | ca. 355 € netto |
Unterm Strich brachte die kostenpflichtige Software Julia rund 355 € mehr Erstattung – nach Abzug der 35 € Programmkosten. Bei einer durchschnittlichen Erstattung von etwa 1.095 € rechnen sich die Kosten für die meisten Steuerzahler mehrfach.
Häufige Fehler bei der Wahl der Steuersoftware
- Nur auf den Preis achten: Ein kostenloses Tool ohne Steuertipps kann Sie mehrere Hundert Euro Erstattung kosten.
- Falsche Plattform wählen: Wer lieber am Laptop arbeitet, sollte keine reine App wählen – und umgekehrt.
- Belegabruf ignorieren: Die vorausgefüllte Steuererklärung spart Zeit und vermeidet Tippfehler.
- Zu komplexe Software für einfache Fälle: Bei nur einer Anlage N ist eine schlanke App oft schneller.
- Vorjahresdaten nicht übernehmen: Viele Programme importieren Daten aus dem Vorjahr – das spart erheblich Zeit.
So holen Sie das Maximum aus Ihrer Steuersoftware
Damit sich die Software richtig auszahlt, sollten Sie einige Kniffe beachten. Nutzen Sie konsequent den Belegabruf: Mit Ihrer Steuer-Identifikationsnummer und einem Zertifikat rufen die Programme viele Daten – etwa Lohn, Rentenbeiträge und Krankenversicherung – direkt beim Finanzamt ab. Das spart nicht nur Tipparbeit, sondern verhindert auch Zahlendreher, die zu Rückfragen führen könnten.
Beantworten Sie außerdem wirklich alle Fragen der Software, auch wenn manche zunächst irrelevant erscheinen. Gerade die Fragen zu Homeoffice, Fortbildungen, Arbeitsmitteln, doppelter Haushaltsführung oder Umzugskosten aus beruflichen Gründen decken Sparpotenziale auf, die viele nicht auf dem Schirm haben. Prüfen Sie am Ende die Plausibilitätshinweise des Programms und vergleichen Sie das Ergebnis mit Ihrer Erwartung. Weicht die Erstattung stark ab, lohnt ein zweiter Blick auf die Eingaben, bevor Sie die Erklärung übermitteln.
Fazit: Die beste Steuersoftware ist die, die zu Ihnen passt
Die beste Steuersoftware hängt von Ihrer Situation ab: WISO Steuer ist der Allrounder für anspruchsvolle Fälle, Taxfix punktet mit Einfachheit auf dem Handy, Smartsteuer ist eine solide Web-Lösung und ELSTER die kostenlose Basis für Erfahrene. In fast allen Fällen holt eine geführte Software mehr heraus, als sie kostet – gerade wenn Sie viele absetzbare Posten haben. Schätzen Sie Ihre Erstattung vorab mit unserem Steuererstattungs-Rechner und stöbern Sie für mehr Wissen in unserer Kategorie Steuern.

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