Das Wichtigste in Kürze

  • Den einen besten ETF gibt es nicht – entscheidend ist, welcher ETF zu Ihren Zielen passt.
  • Die wichtigsten Auswahlkriterien: Index, TER, Replikationsart, Fondsgröße, Ausschüttung/Thesaurierung und Tracking Difference.
  • Breite Welt-Indizes wie MSCI World, FTSE All-World, MSCI ACWI oder S&P 500 decken zwischen 500 und 3.700 Unternehmen ab.
  • Aktien-ETFs schwanken im Wert: Sie sind eine langfristige Anlage und mit Kursrisiken verbunden.

Wer nach dem besten ETF für 2025 sucht, stößt schnell auf ein Problem: „Den einen“ besten ETF gibt es nicht. Welcher ETF für Sie der richtige ist, hängt von Ihren Zielen, Ihrem Anlagehorizont und Ihrer Risikobereitschaft ab. In diesem Ratgeber zeigen wir Ihnen die entscheidenden Auswahlkriterien, vergleichen die gängigsten Welt-Indizes wie MSCI World, FTSE All-World, MSCI ACWI und S&P 500 und erklären, für wen welcher Ansatz passt. Wichtig vorab: Geldanlage in Aktien-ETFs ist mit Kursrisiken verbunden, feste Renditeversprechen gibt es nicht.

Diagramme und Kennzahlen zum Vergleich für den besten ETF 2025

Gibt es überhaupt „den besten ETF“?

Die kurze Antwort: Nein – zumindest nicht pauschal. Der beste ETF für einen jungen Sparer mit 30 Jahren Anlagehorizont sieht anders aus als für jemanden, der in fünf Jahren auf sein Geld zugreifen möchte. Ein ETF ist ein börsengehandelter Indexfonds, der einen bestimmten Index nachbildet. Ob ein ETF „gut“ ist, hängt davon ab, wie günstig, wie breit gestreut und wie zuverlässig er diesen Index abbildet – und ob dieser Index zu Ihrer Strategie passt.

Statt der Suche nach dem einen Wunderprodukt sollten Sie deshalb auf messbare Qualitätskriterien achten. Diese trennen einen soliden von einem weniger geeigneten ETF.

Hilfreich ist außerdem der Gedanke, dass die Auswahl des Index oft wichtiger ist als die Auswahl des konkreten Anbieters. Ob Ihr MSCI-World-ETF von iShares, Xtrackers oder einem anderen Emittenten stammt, macht bei den Kosten und der Wertentwicklung meist nur einen kleinen Unterschied. Deutlich stärker wirkt sich aus, ob Sie überhaupt breit gestreut anlegen oder Ihr Geld auf wenige Titel konzentrieren. Aus diesem Grund lohnt es sich, zuerst die Strategie festzulegen und erst danach das passende Produkt zu suchen.

Die wichtigsten Auswahlkriterien für ETFs

Diese Faktoren sollten Sie prüfen, bevor Sie sich entscheiden:

  • Index: Welchen Markt bildet der ETF ab? Ein Welt-Index streut breiter als ein reiner Länder- oder Branchen-Index.
  • TER (Gesamtkostenquote): Die jährlichen Kosten. Bei Welt-ETFs liegen sie meist zwischen 0,10 % und 0,25 %. Niedriger ist grundsätzlich besser.
  • Replikationsart: Physisch (der ETF kauft die Aktien tatsächlich) oder synthetisch (Abbildung über ein Tauschgeschäft). Physisch replizierende ETFs sind für viele Anleger transparenter.
  • Fondsgröße: Ein Fondsvolumen ab etwa 100 Mio. € gilt als wirtschaftlich tragfähig und senkt das Risiko einer Schließung.
  • Ausschüttung vs. Thesaurierung: Ausschüttende ETFs zahlen Dividenden aus, thesaurierende legen sie automatisch wieder an – ideal für den langfristigen Zinseszinseffekt.
  • Tracking Difference: Die tatsächliche Abweichung zwischen ETF-Rendite und Index-Rendite. Sie ist oft aussagekräftiger als die TER allein.

MSCI World, FTSE All-World, MSCI ACWI & S&P 500 im Vergleich

Die folgende Tabelle stellt die vier gängigsten Welt-Indizes gegenüber, auf die ETFs verfügbar sind:

IndexUnternehmenRegionenBesonderheit
MSCI Worldca. 1.50023 IndustrieländerKlassiker, keine Schwellenländer
FTSE All-Worldca. 3.700Industrie- & SchwellenländerMaximale Streuung in einem ETF
MSCI ACWIca. 2.900Industrie- & SchwellenländerBreite Alternative zum FTSE All-World
S&P 500500nur USAFokus auf große US-Konzerne

Alle vier Indizes sind marktbreit und werden von großen Anbietern abgebildet. Die Unterschiede liegen vor allem in der geografischen Streuung: Während der S&P 500 komplett auf die USA setzt, decken FTSE All-World und MSCI ACWI zusätzlich Schwellenländer ab. Der MSCI World liegt mit reinem Industrieländer-Fokus dazwischen.

Ein häufiges Missverständnis betrifft die Zahl der enthaltenen Unternehmen: Mehr Titel bedeuten nicht automatisch eine bessere Wertentwicklung. Alle vier Indizes sind nach Marktkapitalisierung gewichtet, das heißt, die größten Konzerne haben den stärksten Einfluss auf die Rendite. Die vielen kleineren Werte im FTSE All-World fallen zwar für die Streuung ins Gewicht, bewegen den Index aber nur wenig. Für die Praxis bedeutet das: Die Entscheidung zwischen MSCI World und FTSE All-World ist vor allem eine Frage, ob Sie Schwellenländer im Depot haben möchten – nicht eine Frage der reinen Titelanzahl.

Für wen passt welcher ETF?

Für Einsteiger, die es einfach mögen

Ein ETF auf den MSCI World ist der bewährte Klassiker: breit gestreut, hohe Fondsvolumina und viele günstige Angebote. Wer nur ein einziges Produkt möchte, ist damit solide aufgestellt.

Für maximale Streuung

Wer auch Schwellenländer wie China, Indien oder Brasilien abdecken will, greift zum FTSE All-World oder MSCI ACWI. Diese Indizes bilden mit einem einzigen ETF nahezu den gesamten investierbaren Weltmarkt ab – eine „Ein-Produkt-Lösung“ ohne zusätzlichen Emerging-Markets-ETF.

Für USA-Überzeugte

Der S&P 500 hat in der Vergangenheit stark performt, konzentriert sich aber vollständig auf die USA. Das kann Chancen bieten, bringt aber ein deutliches Klumpenrisiko mit sich. Wer diesen Index wählt, sollte sich bewusst sein, dass die Wertentwicklung stark von der US-Wirtschaft und wenigen großen Technologiekonzernen abhängt.

Für Anleger mit kürzerem Horizont

Wer sein Geld in absehbarer Zeit benötigt, sollte grundsätzlich zurückhaltender in Aktien-ETFs investieren. Kein Welt-Index schützt vor kurzfristigen Kursrückgängen. In solchen Fällen ist es sinnvoll, den Aktienanteil niedriger zu halten und einen Teil des Vermögens in schwankungsärmeren Anlagen wie Tagesgeld zu parken. Der beste ETF nützt Ihnen persönlich wenig, wenn der geplante Anlagehorizont nicht zur Schwankungsbreite des Marktes passt.

Thesaurierend oder ausschüttend – was ist besser?

Viele beliebte Welt-Indizes gibt es sowohl in einer thesaurierenden als auch in einer ausschüttenden Variante. Bei thesaurierenden ETFs werden die Dividenden der enthaltenen Unternehmen automatisch wieder angelegt. Das ist besonders praktisch für den langfristigen Vermögensaufbau, weil der Zinseszinseffekt ohne Ihr Zutun wirkt und Sie sich um nichts kümmern müssen. Ausschüttende ETFs zahlen die Dividenden dagegen aufs Verrechnungskonto aus – ideal, wenn Sie regelmäßige Erträge wünschen oder gezielt Ihren Sparerpauschbetrag von 1.000 € pro Person und Jahr ausnutzen möchten. Steuerlich werden beide Varianten in Deutschland weitgehend gleich behandelt, sodass Sie die Entscheidung vor allem nach Ihrem persönlichen Bedarf treffen können.

Klumpenrisiko USA: ein wichtiger Hinweis

Ein oft unterschätzter Punkt: Selbst im breiten MSCI World machen US-Unternehmen rund 70 % des Index aus. Wer zusätzlich einen reinen S&P-500-ETF hält, erhöht dieses Klumpenrisiko weiter. Läuft der US-Markt schlecht, trifft das ein solches Depot besonders hart. Eine breitere Streuung über FTSE All-World oder MSCI ACWI kann dieses Risiko etwas abmildern – ein völliges Ausschalten von Risiken ist jedoch nicht möglich. Aktien-ETFs bleiben Schwankungen ausgesetzt, und vergangene Wertentwicklungen sind kein verlässlicher Indikator für die Zukunft.

Praxisbeispiel: Wie Markus sein Depot aufbaut

Markus (35, angestellt) will monatlich 300 € langfristig anlegen und sucht nicht den „besten“ ETF, sondern eine solide, breit gestreute Lösung. Er entscheidet sich für eine einfache Ein-ETF-Strategie:

PositionWert
Gewählter IndexFTSE All-World (thesaurierend)
TERca. 0,22 % p. a.
Monatliche Sparrate300 €
Anlagedauer20 Jahre
Eingezahltes Kapital72.000 €
Möglicher Endwert (Beispiel, 6 % p. a., nicht garantiert)ca. 135.000 €

Die angenommenen 6 % pro Jahr sind ein reines Rechenbeispiel und keine Zusage – die tatsächliche Rendite kann höher oder niedriger ausfallen, einzelne Jahre auch negativ. Für Markus zählt vor allem: breite Streuung, niedrige Kosten und ein langer Atem. Mit unserem ETF-Sparplan-Rechner können Sie ein solches Szenario mit Ihren eigenen Zahlen durchspielen.

Häufige Fehler bei der ETF-Auswahl

  • Nur auf die Rendite der Vergangenheit schauen: Was gestern gut lief, muss morgen nicht gut laufen. Vergangene Wertentwicklung ist kein verlässlicher Indikator.
  • Zu viele ETFs kombinieren: Mehrere überlappende Welt-ETFs erhöhen die Komplexität, nicht die Streuung.
  • TER als einziges Kriterium nutzen: Die Tracking Difference und die Fondsgröße sind mindestens ebenso wichtig.
  • Klumpenrisiko ignorieren: Ein zusätzlicher reiner USA-ETF verstärkt die ohnehin hohe US-Gewichtung.
  • Ausschüttungsart übersehen: Für den langfristigen Vermögensaufbau ist ein thesaurierender ETF oft praktischer.

Fazit

„Den besten ETF“ gibt es nicht – aber sehr wohl den ETF, der zu Ihren Zielen passt. Achten Sie auf klare Kriterien wie Index, TER, Replikationsart, Fondsgröße, Ausschüttungsart und Tracking Difference. Für die meisten Anleger ist ein breit gestreuter Welt-ETF auf MSCI World, FTSE All-World oder MSCI ACWI eine solide Basis, während der S&P 500 ein höheres Klumpenrisiko mit sich bringt. Denken Sie an das Kursrisiko und den langen Anlagehorizont. Weitere Ratgeber finden Sie in unserer Kategorie Geldanlage, und Ihr persönliches Szenario rechnen Sie mit dem ETF-Sparplan-Rechner durch.