Wertstoffhof in deiner Nähe finden
Wertstoffhof, Recyclinghof, Wertstoffzentrum, Wertstoff-Center oder Bauhof: Die Namen unterscheiden sich von Region zu Region, gemeint ist fast immer dieselbe Einrichtung. Betrieben wird sie vom öffentlich-rechtlichen Entsorgungsträger, also der Stadt, dem Landkreis oder einem kommunalen Unternehmen wie der BSR in Berlin, dem AWM in München oder der Stadtreinigung Hamburg. Die Standorte, Öffnungszeiten und angenommenen Abfallarten stehen auf der Website des Entsorgers oder in seiner Abfall-App.
Welcher Entsorger für deine Adresse zuständig ist, zeigt dir unser Entsorgungs-Finder. Auf den Städteseiten findest du außerdem Rathaus, Finanzamt und weitere Anlaufstellen deiner Gemeinde. Wichtig: Zuständig ist der Entsorger des Ortes, an dem der Abfall angefallen ist. Der nächstgelegene Hof in der Nachbarstadt darf dich ablehnen.
Öffnungszeiten: worauf du achten solltest
Öffnungszeiten sind nicht einheitlich geregelt. Ein Beispiel: In München haben alle Wertstoffhöfe von 8 bis 18 Uhr geöffnet, die letzte Annahme ist aber 15 Minuten vor Schließung1. Andere Höfe öffnen nur an einzelnen Wochentagen oder machen Mittagspause. Prüfe deshalb vor der Fahrt die aktuellen Zeiten deines Standorts.
Samstage und die Tage vor Feiertagen sind vielerorts stark ausgelastet. Wer kann, fährt unter der Woche vormittags. Achte auch darauf, ob dein Hof alle Abfallarten annimmt: In München ist zum Beispiel die Problemstoffannahme an einem Standort geschlossen1, und in Berlin nehmen die normalen Recyclinghöfe Schadstoffe grundsätzlich nicht an, mit Ausnahme von Batterien, Leuchtstoffröhren, Energiesparlampen, LEDs und Autobatterien4.
Was wird angenommen? Übersicht nach Material
Welche Abfälle ein Hof annimmt und zu welchen Bedingungen, steht in seiner Benutzungsordnung. Die Tabelle zeigt, was typisch ist:
Material | Am Wertstoffhof üblich? | Typische Bedingungen |
|---|---|---|
Sperrmüll (Möbel, Matratzen, Teppiche) | ja | haushaltsübliche Menge oft frei, darüber Gebühr |
Elektro- und Elektronikaltgeräte | ja | für Privathaushalte meist kostenlos |
Grünschnitt, Laub, Rasenschnitt | ja, an vielen Höfen | oft frei bis zu einer Tagesmenge |
Bauschutt, Fliesen, Keramik | nur Kleinmengen | fast immer gebührenpflichtig, mit Mengenlimit |
Altholz A I bis A III | ja | häufig zusammen mit Sperrmüll gezählt |
Altholz A IV (mit Holzschutzmitteln behandelt) | eingeschränkt | oft nur an bestimmten Höfen oder gegen Gebühr |
Schadstoffe (Farben, Lacke, Chemikalien) | nur mit Schadstoffannahme | sonst Schadstoffmobil |
Altreifen | an manchen Höfen | meist Gebühr pro Reifen |
Batterien, Energiesparlampen, LEDs | ja | kostenlos |
Papier, Glas, Metall, Textilien | ja | kostenlos |
Beim Altholz unterscheidet die Altholzverordnung vier Kategorien: A I ist naturbelassenes oder nur mechanisch bearbeitetes Holz, A II verleimtes, gestrichenes oder lackiertes Holz ohne Holzschutzmittel, A III Holz mit halogenorganischen Verbindungen in der Beschichtung und A IV mit Holzschutzmitteln behandeltes Holz wie Bahnschwellen oder Rebpfähle10. Für dich heißt das: Lackierte oder beschichtete Möbel fallen nicht unter A I, und Holz, das mit Holzschutzmitteln behandelt wurde, gehört zu A IV und wird meist getrennt erfasst. Frag im Zweifel das Personal vor Ort.
Seit dem 1. Januar 2025 müssen die Entsorger Textilabfälle getrennt sammeln, außerdem Sperrmüll so erfassen, dass Wiederverwendung und Recycling möglich bleiben7. Deshalb gibt es auf vielen Höfen getrennte Container für Holz, Metall, Hartkunststoffe und Polstermöbel.
Kosten und Freimengen: Beispiele aus deutschen Städten
Eine bundesweite Freimenge gibt es nicht. Die folgenden Beispiele stammen direkt von den Websites der jeweiligen Entsorger und gelten nur für diese Städte:
Stadt | Sperrmüll | Weitere Beispiele |
|---|---|---|
Berlin (BSR) | bis 3 m³ gebührenfrei, Elektrogeräte ebenfalls | Schadstoffe: 20 kg je Abfallart und Tag frei |
Hamburg (Stadtreinigung) | von Privatkunden gebührenfrei | Bauschutt 18 Euro je angefangene 100 Liter (max. 500 Liter); Auto- und Fahrradreifen 7,50 Euro je Stück (max. 5) |
München (AWM) | 2 m³ pro Tag kostenlos für Münchner | größere Mengen und bestimmte Abfälle gebührenpflichtig |
Stuttgart (AWS) | zweimal im Jahr bis 3 m³ frei mit Anlieferschein, darüber bis 6 m³ 5 Euro je angefangenen m³ | Grünschnitt max. 2 m³ pro Tag; Bauschutt bis 60 Liter für 6 Euro je Anlieferung |
Quellen:3,4,5,1,6. In Hamburg gibt es außerdem einen Kleinmengentarif: bis zu 10 Liter Bauschutt kosten 1,80 Euro pro Anlieferung und Tag, Kühlschränke werden bis zu zwei Stück kostenlos angenommen5. In Berlin kannst du samstags am Recyclinghof Plus Gradestraße auch 3 bis 5 m³ Sperrmüll abgeben, dafür werden pauschal 180 Euro fällig4.
Für kleine Mengen ist der Hof meist günstiger als eine kostenpflichtige Abholung. Wie die Preise für Sperrmüll im Vergleich aussehen, zeigt unsere Seite Sperrmüll-Kosten.
Wohnsitznachweis, Gewerbe und wer anliefern darf
Wertstoffhöfe nehmen grundsätzlich nur Abfall aus ihrem eigenen Gebiet an, und viele kontrollieren das. Beispiele:
München: Privatpersonen weisen ihren Münchner Wohnsitz nach, etwa mit Personalausweis, Gebührenbescheid oder Meldebescheinigung2.
Stuttgart: akzeptiert werden zum Beispiel Personalausweis, Reisepass mit Mietvertrag, Meldebescheinigung oder Gebührenbescheid. Liefert jemand anderes für dich an, braucht er eine ausgefüllte Vollmacht und eine Kopie deines Ausweises6.
Berlin: Angenommen wird nur Abfall, der in Berlin angefallen ist. Wer außerhalb wohnt, weist die Herkunft zum Beispiel mit dem Personalausweis der Person nach, der der Abfall gehört. Nachbarn, Bekannte oder Verwandte dürfen für dich anliefern4.
Hast du gerade umgezogen und noch keinen neuen Ausweis, nimm die Meldebescheinigung mit. Wie schnell du dich ummelden musst, steht in Ummelden: Frist.
Gewerbe wird unterschiedlich behandelt. In Berlin dürfen Abfälle aus Handwerksbetrieben, Büros oder Praxen auf den Recyclinghöfen gar nicht abgegeben werden4. In München dürfen Betriebe keine Abfälle bringen, die bei Kunden entstanden sind, etwa ein vom Installateur ausgebautes Waschbecken2. Stuttgart lässt Betriebe mit Herkunftsnachweis in haushaltsüblichen Mengen zu6. Beauftragst du eine Entrümpelungsfirma, entsorgt diese den Abfall in der Regel auf eigene Rechnung über gewerbliche Annahmestellen.
Mit Anhänger oder Transporter zum Hof
Ob du mit Anhänger kommen darfst, regelt die Benutzungsordnung. In Stuttgart sind Pkw, Pkw mit Anhänger und Kleintransporter bis 3,5 Tonnen zulässigem Gesamtgewicht erlaubt6. In Berlin darfst du private Pkw sowie jedes Miet- oder Leihfahrzeug nutzen; die Mengengrenzen gelten dort pro Fahrzeug, nicht pro Person4.
Das hat praktische Folgen: Zwei Personen in einem Transporter haben in Berlin zusammen nur einmal 3 m³. Sperrmüll, Altholz, Metall und Hartkunststoffe werden dort zusammengezählt, und wer darüber liegt, darf diese Abfälle nicht teilweise abladen4. Faustregel der BSR: Der Kofferraum eines Multivans fasst etwa 3 m³.
Rechenbeispiel: Kellerentrümpelung in Berlin
Angenommen, du räumst in Berlin einen Keller aus: ein altes Sofa, ein zerlegter Kleiderschrank, ein Regal, ein defekter Kühlschrank und zwei Eimer Farbreste.
Sofa, Schrank und Regal zählen als Sperrmüll und Altholz zusammen. Schätzt du sie auf 4 m³, liegst du über der Grenze von 3 m³ pro Fahrzeug.
Kommst du trotzdem mit allem auf einmal, darfst du laut BSR nur den Kühlschrank abladen; den Sperrmüll weist der Hof ab4.
Besser: zwei Fahrten an verschiedenen Tagen. Eine Ausnahme gilt für Polstermöbel: Eine Sitzgarnitur darf auch dann abgeladen werden, wenn sie mehr als 3 m³ ausmacht, und dazu ist ein zusätzlicher Kubikmeter Sperrmüll erlaubt4.
Die Farbreste bringst du zu einer Schadstoffannahmestelle. Bis 20 kg je Abfallart und Tag sind dort gebührenfrei4.
Ergebnis: Mit guter Planung bleibt die gesamte Entrümpelung für dich kostenlos.
Vorbereitung: Checkliste für die Fahrt
Zuständigen Hof und Öffnungszeiten im Entsorgungs-Finder prüfen.
Klären, ob dein Material dort angenommen wird und ob es Mengenlimits gibt.
Ausweis, Meldebescheinigung oder Gebührenbescheid einstecken, bei Anlieferung für andere eine Vollmacht.
Ladung nach Abfallarten sortieren: Holz, Metall, Elektro, Sperrmüll, Grünschnitt.
Elektrogeräte vorbereiten: herausnehmbare Batterien und Akkus entfernen, Altöl und Treibstoff aus Rasenmähern ablassen.
Schadstoffe nur in Originalverpackung und gut verschlossen transportieren.
Arbeitshandschuhe mitnehmen, denn du lädst in der Regel selbst ab.
Für Gebühren Bargeld oder Karte dabeihaben.
Häufige Fehler am Wertstoffhof
Gemischte Ladung: Wer Bauschutt, Holz und Sperrmüll durcheinander lädt, steht lange in der Schlange. Gemischte Bau- und Abbruchabfälle nimmt die BSR zum Beispiel gar nicht an4.
Falscher Hof: Abfall aus einem anderen Landkreis wird oft abgewiesen.
Zu viel auf einmal: Mengengrenzen gelten pro Fahrzeug und Tag.
Restmüll im Sperrmüll: Normaler Hausmüll gehört nicht auf den Hof, Stuttgart nimmt Restmüll zum Beispiel gar nicht an6.
Asbest und Mineralwolle ohne Absprache: Solche Abfälle sind oft ausgeschlossen oder nur nach Vereinbarung möglich.
Was überhaupt als Sperrmüll gilt, erklärt Was ist Sperrmüll?. Wenn du lieber abholen lässt, hilft Sperrmüll rausstellen.
Alternativen: Schadstoffmobil und Rücknahme im Handel
Nicht jeder Weg muss zum Wertstoffhof führen. Für Farben, Lacke, Lösungsmittel und Chemikalien fährt in vielen Kommunen ein Schadstoffmobil feste Haltestellen an. Gefährliche Abfälle dürfen bei der Sammlung nicht mit anderen Abfällen vermischt werden7.
Elektrogeräte kannst du im Handel zurückgeben. Händler mit mindestens 400 m² Verkaufsfläche für Elektrogeräte und Lebensmittelhändler mit mindestens 800 m² Gesamtverkaufsfläche, die regelmäßig Elektrogeräte anbieten, müssen beim Kauf eines neuen Geräts ein gleichartiges Altgerät kostenlos zurücknehmen. Kleine Geräte, die in keiner Abmessung größer als 25 Zentimeter sind, nehmen sie auch ohne Kauf an, höchstens drei je Geräteart8. Gerätebatterien nimmt jeder Händler kostenlos zurück, der solche Batterien verkauft9.
Ziehst du um, plane die Wertstoffhof-Fahrten direkt in deine Umzugscheckliste ein.
Stand: 6. November 2026.









