Wann dein Kind Unterhaltsvorschuss bekommen kann

Das Kind muss grundsätzlich unter 18 sein, in Deutschland bei einem alleinerziehenden Elternteil leben und keinen ausreichenden regelmäßigen Unterhalt vom anderen Elternteil erhalten. Die Leistung ist ein Anspruch des Kindes. Die genaue Haushaltssituation ist entscheidend; ein gemeinsam praktiziertes Wechselmodell kann eine andere Prüfung erfordern.

Das Einkommen des betreuenden Elternteils schließt den Anspruch nicht allgemein aus. Für Kinder ab zwölf gelten jedoch zusätzliche Bedingungen: Das Kind darf insbesondere nicht auf SGB-II-Leistungen angewiesen sein, muss durch den Vorschuss aus der Hilfebedürftigkeit kommen oder der betreuende Elternteil muss bei SGB-II-Bezug mindestens 600 Euro brutto verdienen. Die gesetzlichen Details enthält2.

Höhe und Anrechnung

Alter des Kindes

Monatlicher Höchstbetrag 2026

0 bis 5 Jahre

227 Euro

6 bis 11 Jahre

299 Euro

12 bis 17 Jahre

394 Euro

Diese Zahlbeträge berücksichtigen bereits den gesetzlich vorgesehenen Abzug des Kindergelds. Ziehe das Kindergeld daher nicht noch einmal von der Tabelle ab. Unterhalt des anderen Elternteils und bestimmte weitere Einnahmen des Kindes können den Auszahlungsbetrag aber reduzieren.

Beispiel: Für ein achtjähriges Kind beträgt die Obergrenze 299 Euro. Zahlt der andere Elternteil im betreffenden Monat anrechenbaren Unterhalt von 100 Euro und greifen keine weiteren Abzüge, bleiben rechnerisch 199 Euro Vorschuss. Der Bescheid legt den konkreten Betrag fest.

Antrag bei der Unterhaltsvorschussstelle

Zuständig ist meist die Unterhaltsvorschussstelle beim Jugendamt. Nutze das Formular deiner Stadt oder deines Landkreises. Häufig benötigt werden Geburtsurkunde, Ausweis, Haushalts- und Aufenthaltsnachweise, Angaben zum anderen Elternteil sowie Belege über bisherige Zahlungen. Ein vorhandener Unterhaltstitel oder Schriftverkehr gehört ebenfalls dazu.

Für Kinder ab zwölf werden gegebenenfalls Jobcenterbescheid und Einkommensnachweise des betreuenden Elternteils verlangt. Bei älteren Kindern können Schul- oder Ausbildungsunterlagen nötig sein. Die Behörde muss prüfen können, ob und in welcher Höhe das Kind eigene Einnahmen hat.

Rückwirkung und Mitwirkung

Unter bestimmten Voraussetzungen kann Unterhaltsvorschuss für einen Monat vor der Antragstellung gezahlt werden. Dazu zählt grundsätzlich, dass du dich bereits um Unterhaltszahlungen bemüht hast. Dokumentiere daher Aufforderungen und Zahlungseingänge, ohne die Antragstellung hinauszuschieben.

Du musst bei der Feststellung der Vaterschaft und der Ermittlung des unterhaltspflichtigen Elternteils mitwirken, soweit dies verlangt werden kann. Die öffentliche Stelle verfolgt den übergegangenen Unterhaltsanspruch gegenüber dem anderen Elternteil. Die Leistung bedeutet nicht, dass dessen Unterhaltspflicht entfällt.

Änderungen und andere Leistungen

Melde neue Unterhaltszahlungen, einen Auszug des Kindes, Änderungen im Zusammenleben, eine Heirat oder relevante Einkünfte zeitnah. Falsch weitergezahlte Leistungen können zurückgefordert werden. Informationen zu typischen Fallgruppen bietet1.

Beim Jobcenter und beim Kinderzuschlag muss Unterhaltsvorschuss angegeben werden; die Anrechnungsregeln unterscheiden sich. Addiere deshalb mehrere Höchstbeträge nicht ungeprüft zu einem vermeintlichen Gesamtanspruch.

Stand: 6. November 2026.