Ist die Grundsteuer umlagefähig?

Steuerschuldner gegenüber der Gemeinde ist nach4 der Eigentümer. Als Mieter erhältst du deshalb keinen eigenen Grundsteuerbescheid. Die Grundsteuer steht aber an erster Stelle im Katalog der Betriebskosten: Nach1 gehören dazu die laufenden öffentlichen Lasten des Grundstücks, namentlich die Grundsteuer.

Eine Umlage setzt nach2 eine Vereinbarung im Mietvertrag voraus. Üblich ist der Hinweis, dass der Mieter die Betriebskosten im Sinne der Betriebskostenverordnung trägt. Steht im Vertrag eine Inklusiv- oder Pauschalmiete, kann der Vermieter die Grundsteuer nicht gesondert abrechnen.

So wird die Grundsteuer verteilt

Haben die Parteien nichts anderes vereinbart, werden Betriebskosten nach3 nach dem Anteil der Wohnfläche umgelegt. Der Mietvertrag kann einen anderen Schlüssel festlegen, etwa nach Wohneinheiten.

Bei einer vermieteten Eigentumswohnung gibt es einen eigenen Grundsteuerbescheid für genau diese Einheit. Viele Vermieter rechnen dann diesen Betrag direkt ab. In gemischt genutzten Häusern mit Gewerbeeinheiten lohnt ein Blick darauf, wie der Vermieter die Kosten auf Wohnungen und Gewerbe aufteilt.

Rechenbeispiel

Ein Mehrfamilienhaus hat 600 m² Wohnfläche und eine jährliche Grundsteuer von 1.800 Euro. Deine Wohnung ist 75 m² groß.

Posten

Wert

Grundsteuer für das Haus

1.800 Euro

Gesamtwohnfläche

600 m²

Dein Flächenanteil

75 / 600 = 12,5 %

Dein Anteil pro Jahr

225 Euro

Pro Monat

18,75 Euro

Die Zahlen sind ein vereinfachtes Beispiel. Die tatsächliche Grundsteuer hängt vom Bescheid und vom Hebesatz der Gemeinde ab. Die Grundsteuer für das Gebäude kannst du mit dem Grundsteuer-Rechner grob nachvollziehen, wenn du Messbetrag und Hebesatz kennst.

Beachte: Säumniszuschläge oder Mahngebühren, die der Vermieter wegen eigener verspäteter Zahlung an die Gemeinde zahlt, sind keine laufenden Betriebskosten und gehören nicht auf deine Rechnung. Anders kann es sein, wenn die Gemeinde die Grundsteuer rückwirkend höher festsetzt: Hat der Vermieter die Verspätung nicht zu vertreten, kann er die Nachforderung nach2 unter Umständen auch nach Ablauf der Abrechnungsfrist noch weitergeben.

Grundsteuer gestiegen: was Mieter tun können

Seit 2025 wird die Grundsteuer nach neuen Werten berechnet. In manchen Häusern ist sie deutlich gestiegen, in anderen gesunken. Eine Erhöhung darf der Vermieter in der nächsten Abrechnung weitergeben; die Vorauszahlungen kann er danach angemessen anpassen.

  1. Prüfe, ob die Abrechnung innerhalb von zwölf Monaten nach Ende des Abrechnungszeitraums bei dir eingegangen ist.

  2. Vergleiche die Grundsteuer mit dem Vorjahr und frage bei einem starken Anstieg nach.

  3. Lass dir den Grundsteuerbescheid zeigen. Du hast ein Recht auf Belegeinsicht.

  4. Erhebe Einwände spätestens bis zum Ende des zwölften Monats nach Zugang der Abrechnung, wie es2 vorsieht.

Einspruch gegen den Bescheid selbst kann nur der Eigentümer einlegen. Wenn du Fehler vermutest, sprich deinen Vermieter darauf an und verweise auf den Beitrag zum Grundsteuer-Einspruch. Ob die Grundsteuer steuerlich hilft, klärt Grundsteuer steuerlich absetzen.

Stand: 6. November 2026.